Wer kennt sie nicht, die kleinen Glasflaschen mit weißer Schrift, die bis zur silbernen Kappe gefüllt sind mit bunter Limonade oder Tee? Doch was steckt eigentlich hinter den Aufdrucken auf den ChariTea- und LemonAid-Flaschen, die von fairen Zutaten und Kooperativen mit Kleinbauern sprechen? Wir haben Sascha Urnau und Agnes Leder von der LemonAid Beverages GmbH und dem LemonAid & ChariTea e.V. getroffen.

LemonAid_Bild1„Wir wollten ein normales wirtschaftliches Produkt mit sozialem Engagement verbinden”, erzählt uns Agnes Leder über die Geschäftsidee der LemonAid Beverages GmbH, als wir sie an einem sonnigen Novembermorgen auf einen Kaffee treffen. „Das daraus am Ende Limonaden wurden, war eher Zufall”, sagt sie. Agnes mixte 2008 zwar nicht die ersten Limonaden mit den Gründern Paul, Jakob und Felix in Hamburg, aber sie trägt heute dennoch entscheidend zum sozialen Erfolg des Unternehmens bei. Sie ist verantwortlich für den LemonAid & ChariTea e.V. – einen Verein, der von und gerade durch die zunehmende Beliebtheit von nachhaltigen Getränken wie LemonAid lebt.

5 Cent pro verkaufter Flasche spendet das Unternehmen an diesen eigens gegründeten Verein, um „trinkend die Welt zu verändern.” Mit den 1,2 Mio. Euro, die so bereits zusammenkamen, werden lokale Initiativen in den Anbauregionen in Asien, Afrika und Lateinamerika unterstützt, die vor Ort ausgewählt und nun regelmäßig besucht werden. Dabei ist die Teilhabe der Beteiligten genauso essentiell wie langfristige Beziehungen. Ziel ist es, die politische, kulturelle und wirtschaftliche Partizipation der Menschen vor Ort zu fördern und vor allem Hilfe zur Selbsthilfe in benachteiligten Regionen zu leisten. So kommen Spendengelder zum Beispiel einer ökologischen Landwirtschaftsschule in Paraguay zu Gute. “Dass Jugendliche, die sonst keine Perspektiven hätten, Landwirtschaft erlernen können, ist unglaublich schön zu sehen”, erzählt uns Agnes.

Sustainable Development Goal 8: Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum

Mit dem achten SDG soll dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle erreicht werden. Viele Unternehmen haben erkannt, dass diese Ziele nur mit der aktiven Unterstützung der Wirtschaft umgesetzt werden können und übernehmen Verantwortung – die LemonAid Beverages GmbH ist eines davon.

Neben der Unterstützung des Vereins fördert das Unternehmen auch mit fairen Löhnen, nachhaltig produzierten Zutaten und vor allem starkem Wachstum das achte Ziel für nachhaltige Entwicklung. „Mittlerweile haben wir zwei Büros in Deutschland – eins in Hamburg und eins in Berlin”, sagt Agnes. Die Mitarbeiterzahl ändert sich wöchentlich und das wachsende Sortiment findet man mittlerweile nicht nur in nachhaltigen Cafés, sondern auch in Supermärkten wie Alnatura und im Campusshop der Universität Mannheim.

Maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens tragen auch “Botschafter” wie Sascha bei, die offen auf Menschen zugehen und Verkostungen organisieren. Sascha erzählt uns, dass nachhaltige Produkte vor allem mit ihrer Ästhetik und Funktionalität überzeugen sollten, ohne dass der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund steht. Trotzdem freut er sich immer wieder über die positiven Reaktionen der Verkoster: „Die Studenten in Heidelberg haben große Augen gemacht, als sie gehört haben, was noch hinter LemonAid steckt”, sagt er. Letztendlich entscheiden schließlich auch die Kunden mit ihren Kaufentscheidungen über zukünftige Entwicklungen.

Das Team arbeitet stetig daran, das Unternehmen auf allen Ebenen nachhaltig zu entwickeln. „Es fängt bei den Aufstellern an, die wir inzwischen durch eine integrative Werkstatt herstellen lassen, und geht über upcyclebare Flaschen mit Keramikdruck bis hin zu unserer Interviewreihe “Meine Utopie” und ungenutzten Büroflächen, die wir temporär zu einem Refugee Welcome Center umfunktionieren”, erzählt uns Agnes. Auch engagiert sich das Unternehmen für “Pfand gehört daneben” und entspricht mit der regelmäßigen Überprüfung der Wertschöpfungskette den SDG-Ansprüchen an eine faire Gestaltung. „Fair zu sein, heißt aber nicht, dass wir schon perfekt sind“ sagt Agnes und berichtet uns, dass Nachhaltigkeit vielmehr ein Prozess ist, bei dem es um kontinuierliche Verbesserung geht. „Fair ist uns noch nicht fair genug.”


Über die Autorinnen:

Anna-JosephineAnna-Josephine Krüger
CSR/SE
Anna-Jo studiert BWL und Anglistik im Master und ist Teil des CSR-Ressorts. Sie war vorher in Frankfurt, liebt Kamele und bereitet gerade ihre Masterarbeit im CSR-Bereich vor.

Cathrin FalkCathrin Falk
CSR/SE
Cathrin studiert BWL und Amerikanistik im Master und hat im vergangen Jahr die Sustainable Food Kampagne geleitet. Sie schreibt Artikel über nachhaltige Start-Ups, joggt gerne mit Freunden am Neckar und arbeitet neben dem Studium im Nachhaltigkeitsbereich.

Merken

Merken

Merken