Helfen leicht machen – Das war einer der Grundgedanken hinter der App Goodnity für Mitarbeiterzufriedenheitsbefragungen. Mit der App ermöglicht das Team hinter Goodnity einerseits das Übermitteln zuverlässiger Echtzeitdaten von Mitarbeitermeinungen an deren Unternehmen und andererseits das Generieren von monatliche Spenden für einen guten Zweck. Warum das Geschäftsmodell von Goodnity bei ihrer Gründung noch ganz anders aussah und wie es seinen Beitrag zum Sustainable Development Goal 1 leistet, haben wir in einem Interview mit Mitgründer Maximilian Eckel herausgefunden:

goddnity-logo“Gutes tun ist ein menschliches Grundbedürfnis”.

Auf dieser These beruht die Gründung der App Goodnity durch die drei WHU-Absolventen Marc Beermann, Maximilian Eckel und Keith Gesche. Denn auf Nachfrage werden die meisten Menschen bejahen, dass sie soziales Engagement für wichtig erachten. Doch unser Alltag ist stressig und durchgetaktet – für soziales Engagement fehlt uns in den meisten Fällen schlichtweg die Zeit. Vor allem jungen Menschen fällt es schwer einen Teil ihrer sowieso schon eingeschränkten Freizeit und ihres Budgets für ehrenamtliche Tätigkeiten herzugeben. Soziales Engagement wird so schnell zu einem gesellschaftlichen Zwang anstelle von einer erfüllenden Alltagstätigkeit. Und das ist das Problem: Denn laut Mitgründer Maximillian Eckel “kommt es beim Gutes tun sehr auf das Gefühl an”,  das durch den meist zu großen Aufwand oft verloren geht. Der Ansatz von Goodnity ist es deshalb: “Zumindest mit kleinen Gesten konstant etwas Gutes zu tun”.

Die ursprüngliche Goodnity App ermöglichte es ihren Nutzern simpel und spielerisch Marktforschungsfragen zu beantworten. Diese wurden von Unternehmen bezahlt und der Erlös an zertifizierte Hilfsprojekte weitergeleitet, die von der App zur Auswahl bereitgestellt wurden. Pro beantworteter Frage wurden mindestens 2 Cent an das Projekt der Wahl gespendet. Damit wurde Gutes tun einfach, unterhaltsam und ohne Einsatz von eigenem Geld möglich gemacht.

Dieses Konzept war zwar innovativ und lockte auch zahlreiche Nutzer an, zahlte sich jedoch mit der Zeit nicht aus. Maximilian Eckel erzählt: “Unsere Hypothesen sind leider nicht aufgegangen. Der Marktforschungsmarkt funktioniert anders als wir es eingeschätzt hatten”. Es gab viele Nutzer, die die App lange und zuverlässig nutzen – bei der Durchführung einer Studie legen Marktforschungsinstitute jedoch mehr Wert auf einen sehr großen Pool an Befragten, die eher kurze Umfragen beantworten.

„Gutes tun ist ein menschliches Grundbedürfnis.“

Das war trotzdem kein Grund aufzugeben. Das Team setzte sich zusammen und reflektierte gemeinsam seine Stärken und Schwächen. Dabei festigte es auch noch einmal seine Vision, dass der Mehrwert nicht nur durch das Sammeln von Spenden geschafft werden sollte, sondern das eigentliche Ziel das Ermöglichen und Erleichtern von konstantem sozialen Engagement im Alltag war.

Dadurch kam es im August/September 2016 zum Wandel des Geschäftsmodells. Die App wird nun nicht mehr zu Marktforschungszwecken, sondern als Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung genutzt. Dabei macht sie “Feedback geben so einfach wie noch nie” und motiviert die Mitarbeiter in Unternehmen, mehrmals im Monat ehrliche Antworten zu geben. Das Konzept des sozialen Engagements bleibt erhalten: Pro beantworteter Frage wird ein bestimmter Betrag – den diesmal das jeweilige Unternehmen festlegt – an die Spendenorganisation der Wahl des Mitarbeiters weitergeleitet. Somit werden die Mitarbeiter zusätzlich motiviert die Umfragen zu beantworten. Auf der anderen Seite profitiert das Unternehmen von Echtzeitdaten, die das frühzeitigen Erkennen von Unzufriedenheiten und damit fundierte HR-Entscheidungen erleichtern, und zudem von der Möglichkeit auch als Unternehmen sozial aktiv zu werden: “So werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem Team mit einem gemeinsamen Ziel”.

Sustainable Development Goal 1

Mit dem SDG1 soll jedwede Form von Armut beendet werden. Darunter fällt der gesicherte Zugang zu ökonomischen und finanziellen Ressourcen, grundlegenden Dienstleistungen, Eigentum und angemessener Technologie für alle, vor allem in Entwicklungsländern.
Goodnity trägt unter anderem zu diesem Ziel bei, indem sie Spendenorganisationen unterstützen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Mit dem neuen Geschäftsmodell hat Goodnity eine Lösung gefunden, die sich teilweise schon selbst durch den im Voraus bezahlten Jahresbeitrag für ihre Dienstleistung trägt, aber auch durch die Company Builder BridgeMaker GmbH sowohl finanziell als auch aktiv bei der Produktentwicklung unterstützt wird.

Nun jedoch zurück zur Gründung: Wie wichtig war der Nachhaltigkeitsgedanke bei der Gründung wirklich? Wie schätzt Maximilian Eckel die Chancen von Social Entrepreneurship für die Zukunft ein? Und was hat das Team von Goodnity – bzw. was können wir – aus der gescheiterten ersten Geschäftsidee lernen?

goddnity-appMaximilian bestätigt uns, dass der Nachhaltigkeitsgedanke entscheidend für die  Gründung von Goodnity war. Er erzählt: “Goodnity war für uns ein Geschäftsmodell, mit dem wir ein cooles Start-Up aufbauen und gleichzeitig sozialen Mehrwert generieren”. Jedoch sagt er auch deutlich, dass sie damit keine reinen Weltverbesserer sind: “Das Ganze sollte keine Charity werden, sondern ein nachhaltiges, sich selbst tragendes Geschäftsmodell”.

Trotzdem sieht auch er den positiven Trend zu mehr Nachhaltigkeit sowohl seitens der Konsumenten als auch der Unternehmen, die erkannt haben, dass soziales und nachhaltiges Engagement in der Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Somit entwickeln sich mehr und mehr CSR-Abteilungen in größeren Unternehmen, aber auch für Start-Ups wird Social Entrepreneurship immer attraktiver. Maximilian schreibt dabei vor allem letzteren eine besondere Rolle zu: “Start-Ups stellen die Grundlage und das Innovationsdenken für das Entwickeln neuer Lösungen her”. Dennoch solle man auch realistisch bleiben: Großkonzerne haben immer noch einen deutlich größeren Hebel, weswegen man nicht davor zurückschrecken sollte mit diesen zusammenzuarbeiten um einen größeren Social Impact zu erreichen.

„Bereut nichts. habt keine Angst vor Fehlern, begeht und verbessert sie schnell.“

Weitere Tipps von Maximilian für angehende Entrepreneure kommen aus der direkten Erfahrung, wie wichtig es ist auch bei einem gescheiterten Konzept nicht aufzugeben und nach Vorne zu sehen: “Bereut nichts. Habt keine Angst vor Fehlern, begeht und verbessert sie schnell. Beißt euch durch, aber seid auch nicht zu romantisch. Und ganz wichtig: vergesst niemals euer Privatleben”.

Wir bedanken uns recht herzlich für dieses spannende Interview mit Maximilian Eckel und wünschen dem gesamten Team von Goodnity viel Glück und Erfolg bei ihrem Produkt Relaunch, sowie ihrer weiteren Zukunft.


Über die Autorin:

Mila OngMila Ong
Public Relations
Mila studiert Medien- und Kommunikationswissen­schaften mit BWL an der Universität Mannheim und ist Teil des Public Relations Ressorts. Sie kommt aus einer kleinen gemütlichen Stadt namens Herrenberg bei Stuttgart, hat sich jedoch schon seit Herbst 2016 gut im Jungbusch in Mannheim eingelebt. In ihrer Freizeit liebt sie es neue Dinge zu entdecken und herumzureisen.

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