Als leidenschaftliche Surferin, Natur- und Modeliebhaberin war Mareen Burk, Gründerin von MYMARINI, jahrelang auf der Suche nach dem perfekten Bikini, der alle Aspekte vereint: Stylisch, nachhaltig und surftauglich. Genau deshalb gründete Mareen das Label MYMARINI: Nachhaltige Bademode für alle, denen die Natur genauso am Herzen liegt wie ihr. In unserem Interview erzählt sie unter anderem wieso sie gegründet hat und welche Eigenschaften frau als Gründerin braucht.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich und wie versuchst Du es in Deinen Alltag einzubauen?

Für mich ist besonders der Faktor Mensch wichtig, wenn es um nachhaltiges Handeln und Leben geht. Nachhaltigkeit fängt bei jedem selbst an; sowohl im Privaten als auch in der Arbeitswelt. Meiner Meinung nach kann man nur nachhaltig sein und leben, wenn es einem selbst gut geht. Genau das versuche ich auch bei MYMARINI zu implementieren und eine gesunde Work-Life-Balance für mich und mein Team zu schaffen. Ich will nicht nur “aus der Not heraus” nachhaltig handeln, um mich kurzfristig besser zu fühlen. Umso wichtiger ist es mir, bewusster zu leben; denn manchmal liegt das Geheimnis genau darin, weniger zu machen.

„Man kann nur nachhaltig sein und leben, wenn es einem selbst gut geht“

 

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Mareen mit ihrem Partner und Geschäftspartner Willi; Credits: MYMARINI

Was hast Du vor MYMARINI gemacht und wieso hast Du den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt?

Bevor ich MYMARINI ins Leben gerufen habe, habe ich jahrelang im Vertrieb eines Modelabels gearbeitet. Zu der Zeit war ich eigentlich davon überzeugt, voll und ganz glücklich zu sein, aber irgendwann habe ich einsehen müssen, dass genau das Gegenteil der Fall war. Seit dem Abitur habe ich immer kontinuierlich weitergearbeitet und mir nie eine Pause gegönnt. Ich lebte ein Traumleben in einem abwechslungsreichen Job, aber es war der Traum von jemand anderem. Genau diese Work-Life-Balance, die mir jetzt so wichtig ist, habe ich damals komplett verdrängt.

Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mir endlich auch eine Auszeit zu gönnen und das zu tun, was mir am meisten Spaß macht: Surfen! Es zog mich nach Kolumbien; dort konnte ich nicht nur surfen, sondern auch eine weitere Sprache lernen. Je mehr Zeit ich im Wasser und auf dem Surfbrett verbrachte, desto weniger machten meine mitgebrachten, relativ günstigen Bikinis den Spaß mit. Genau so entwickelte sich die Idee für MYMARINI: Ich wollte Bademode produzieren, die auch langfristig Salzwasser und Sonne standhalten können – daher verwenden wir bei MYMARINI auch nur hochwertige Stoffe und vernähen diese zweilagig. Als leidenschaftliche Surferin bin ich der Natur sehr nah verbunden und so war es mir umso wichtiger, dass, wenn ich gründe, meine Produkte der Umwelt auch nicht schaden.

Die Philosophie bei MYMARINI:

Bei MYMARINI geht es nicht nur darum, wunderschöne Bademode herzustellen. Wir wollen all unseren Partnern und eingebundenen Freunden ein schönes Leben ermöglichen. Deshalb achten wir darauf, dass jeder Einzelne fair bezahlt wird und die Arbeitsbedingungen hervorragend sind. Garn und Labels werden in Deutschland produziert, der Stoff, den wir für unsere Kollektionen verwenden, wird in Italien unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt und die Designs entwickeln wir in Hamburg. Bewusst haben wir uns für Kroatien als Produktionsstätte entschieden, da wir dort die gewünschte Qualität und Expertise für unsere Produkte fanden.

 

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Credits: Karo Krassel für MYMARINI

Gibt es Deiner Meinung und Erfahrung nach bestimmte Eigenschaften, die frau als Gründerin braucht?

Wahrscheinlich ist die typische Antwort auf die Frage “Mut” und klar, das ist auf jeden Fall auch eine wichtige Eigenschaft. Aus meiner Erfahrung ist es aber eher der Spagat zwischen an die Zukunft denken, aber trotzdem nicht zu weit zu denken, da man sich sonst mit Problematiken auseinander setzt, die zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht relevant sind. Es braucht genug Selbstvertrauen und natürlich Glauben in sich selbst, aber im Endeffekt ist man nicht allein und kann sich immer Hilfe holen.

 

„Wenn ich auf die anderen Stimmen gehört hätte und für jede ‘Was wäre, wenn…’-Frage eine Antwort gesucht hätte, dann hätte das niemals funktioniert.“

Ihr habt vor kurzem eine neue, wunderschöne Kollektion auf den Markt gebracht. Wie läuft sowas ab? Wie stellt ihr sicher, dass die gesamte Produktionskette nachhaltig/fair ist?

Von der Idee bis zum fertigen Produkt dauert es bei uns ein Jahr. Im Gegensatz zu vielen anderen Modelabels haben wir nur einmal im Jahr neue Kollektionen.. Klar, mehr geht immer und ist für andere wahrscheinlich auch profitabler, aber man kann auch mal weniger machen. Dadurch stellen wir auch sicher, dass jeder Schritt transparent und nachhaltig ist. Das bedeutet nicht nur, dass das Produkt an sich nachhaltig hergestellt ist, sondern auch, dass es allen Beteiligten dabei auch gut geht und gerne mitarbeiten.

 

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Credits: Karo Krassel für MYMARINI

Würdest Du alles genauso nochmal machen? Was sind Deine Tipps für angehende Entrepreneure oder die, die mit der Idee spielen, selbst zu gründen?

Ja, auf jeden Fall. Vielleicht war ich für viele am Anfang zu gutgläubig und natürlich musste ich auch lernen, etwas mehr “Businesswoman” zu sein, aber ich denke, ich bin mir immernoch treu geblieben und das ist auch gut so.

Mein Tipp ist es, kein Risiko zu scheuen. Wenn man eine gute Idee hat, sollte man diese auch umsetzen. Jedoch sollte man gut vorbereitet sein und nicht zu blauäugig an die ganze Sache rangehen. Achtet darauf, dass das was ihr tut, auch Sinn macht. Ein Produkt auf den Markt zu bringen, das weder einen Sinn stiftet noch sich verkaufen lässt, bringt niemandem was – selbst, wenn es nachhaltig produziert wird.

„Hinterfragt die Dinge, die ihr tut und versucht differenziert zu denken!“

Wir bedanken uns bei Mareen von MYMARINI für das spannende Interview!

Du willst mehr über MYMARINI wissen?
Dann schau doch mal im MYMARINI Shop vorbei, oder folge Mareen und ihrem Team bei Instagram.

 


Über die Autorin:

Rebecca Neumayr
Public Relations
Rebecca studiert im 4. Semester Anglistik mit BWL im Bachelor und ist Teil des PR Ressorts. Aktuell arbeitet sie als studentische Hilfskraft bei der Mannheim Business School