Inzwischen sind sie ein häufig verwendeter Begriff, wenn es um die globalen Nachhaltigkeitsziele geht: Die Sustainable Development Goals (kurz SDGs) der Vereinten Nationen. Das sind 17 Ziele mit 169 Unterzielen, deren Erfüllung sich 193 Länder in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung verschrieben haben. Im Rahmen der 2030 Agenda, einem Nachfolgeprozess zu den Milleniumszielen, sind sie breiter und umfassender als die bisherigen Ziele, fokussieren nicht allein Entwicklungsländer, sondern sämtliche Staaten und betreffen dabei auch alle drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.

Wer unseren Blog aufmerksam verfolgt, der hat hoffentlich schon unsere Serie „Transforming our World“ entdeckt, in der wir uns jedem einzelnen der 17 SDGs widmen und euch Persönlichkeiten, Produkte und Konzepte zu deren Umsetzung vorstellen.

Beispielsweise hat Kathrin im Artikel „To Good To Go – die App zur Lebensmittelrettung“ in einem Interview mit einer Marketingverantwortlichen der App darüber gesprochen, wie diese einen Beitrag, sowohl zur Umsetzung des SDG 12: „Nachhaltige/r Konsum“ und Produktion, als auch SDG 13: „Maßnahmen zum Klimaschutz“ leistet, und Rebecca schreibt in „Elephbo – Nachhaltige Einzelstücke aus Zementsäcken“ darüber, wie das Unternehmen neben SDG 12 u.a. auch SDG 5: „Gleichberechtigung der Geschlechter“ anstrebt.

 

2030-monitoring

 

Doch solche Einzelbetrachtungen von Unternehmen oder Individuen mit guten Ideen und tollen Projekten lassen einen schnell das „große Ganze“ aus den Augen verlieren. Ein Werkzeug, das es jedem Einzelnen ermöglicht, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie gut oder schlecht die reichen Länder dieser Welt die SDGs bereits erfüllen, ist 2030-Watch. Ins Leben gerufen von der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF) und basierend auf Daten der Weltbank, der OECD, Eurostat, von UN-Organisationen, wissenschaftlichen Instituten und zivilgesellschaftlichen Organisationen, soll es Transparenz schaffen und eine Erfolgskontrolle auf nationaler Ebene ermöglichen.

 

2030-indikatoren

 

Da nicht wenige der SDGs bislang nur sehr vage formuliert sind, ist auch ihre objektive Überprüfung nicht immer möglich. Darauf weisen die Macher von 2030-Watch jedoch explizit hin und sehen ihre Arbeit vor allem als Beitrag zur Diskussion über Nachhaltigkeit und zur Erhöhung des Drucks auf nationale Regierungen.

 

2030-Watch misst die Leistung der Länder nicht an relativen Werten durch einen Vergleich unterschiedlicher Länder, sondern absolut daran, welches Ziel es in einer bestimmten Kategorie zu erreichen gilt. Denn ein Vergleich im Rahmen einer relativen Bewertung könnte den Eindruck erwecken, die „best performer“ seien schon am Ziel und verdienten die Einstufung „sehr gut“, was der Realität widerspräche, da alle Länder noch viel Arbeit vor sich haben, wenn sie die Ziele bis 2030 erreichen wollen.

 

2030-laendervergleich

 

Im Laufe der Zeit soll das Tool auch die Entwicklung der Länder visualisieren, was bislang noch nicht möglich ist, da die Indikatoren lediglich eine Momentaufnahme darstellen.

Von den Initiatoren des Projekts haben wir erfahren, dass die gesamte Seite kurz vor einem Relaunch steht! Dieser soll Ende Mai erfolgen, ihr könnt euch also bereits jetzt einen Überblick über den Prototypen und das Tool verschaffen und dann gespannt sein, was der Relaunch alles für Veränderungen bringt!
In jedem Fall ist 2030-Watch ein spannendes Projekt und es lohnt sich für jeden, einmal auf der Website nachzusehen, bestimmte Länder in unterschiedlichen Kategorien zu vergleichen und mit der Zeit hoffentlich eine positive Entwicklung beobachten zu können.

Und wenn nicht, dann sollte die – von 2030-Watch zusammengetragene – Datenmenge Anlass dafür sein, seine Stimme zu erheben und von Politikern wie Unternehmen Rechenschaft einzufordern.

Gleich hier klicken und selbst nachschauen: https://2030-watch.de

 


Über die Autorin:

sabrina-rundSabrina Sewtz
Public Relations
Sabrina studiert BWL im Bachelor und ist Teil des PR Ressorts. Als Ausgleich zur Uni genießt sie es, mit ihrem Hund Felix in der Natur unterwegs zu sein.