Im Spätsommer 2016, vor etwa zwei Jahren, hat Thomas Mohr seinen Laden “Grinskram – Green Home Market” in Mainz eröffnet. Das Konzept: Nachhaltige und umweltschonende Produkte sowie zurück zur Handarbeit und Natur. Für eine grünere Zukunft.

 

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Foto: Grinskram

Für mich war die Selbstständigkeit immer ein Traum”, sagt Thomas Mohr, der in Mainz Soziologie studiert hat. Vor Grinskram war die Lessingstraße 5 das Heim von FemMa, einer Jugendhilfsorganisation. Als diese auszog um sich zu vergrößern, erfuhr Thomas dies von einer Kommilitonin und hat die Gelegenheit seinen Traum zu verwirklichen sofort ergriffen. Als Name wollte er etwas einprägsames, das auch das Gefühl des Ladens vermittelt. So kam er auf das Wortspiel Grinskram. Symbolisch steht der Name für den Krimskram und die Produkte, die nachhaltig und umweltbewusst sind sowie etwas Positives für die Welt sein sollen. Ein Motto hat Grinskram auch: Kommste rein, grinste raus.

 

Wer Thomas zuhört, spürt, dass es sich bei Grinskram nicht nur um irgendeinen Laden handelt, sondern um sein Herzensprojekt. Seine Philosophie ist, durch ein breitgefächertes Sortiment auch die breite Masse zu erreichen. Jeder soll persönlich den Bereich wählen, in dem er etwas in seinem Leben ändern kann und möchte.

Ich habe die Hoffnung, dass Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein nicht nur ein Trend ist, sondern wir auf einem Weg in die richtige Richtung sind.”, erzählt Thomas. ”Eine Änderung im Denken und Handeln ist generationenübergreifend zu erkennen, auch bei jungen Leuten.” Gerade Social Media öffne bei vielen Menschen die Augen, weil dort einiges aufgedeckt werde und die Menschen wachgerüttelt würden. “Das Ganze ist mehr eine echte Bewegung, nicht nur ein Trend”.

 

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Foto: Grinskram

Doch bringt die Selbstständigkeit nicht nur Gutes. Am Anfang war es für ihn eine echte Herausforderung. Als Quereinsteiger musste Thomas sich zuallererst mit dem Einzelhandel auseinandersetzen. Neben den Fragen, worauf man alles achten muss, war vor allem wichtig, welche Produkte für das Sortiment in Frage kämen. Nicht nur die Produkte, sondern auch ihre Produktionswege sollten nachhaltig sein. Für seine Angebote aus veganem Korkleder sei er sogar selbst nach Portugal gereist, um sich alles direkt vor Ort anzusehen. Es gebe nämlich leider zwei Arten von Händlern: Die einen finden das Umdenken sehr gut und sind ihm offen gegenüber. Die anderen nutzen Nachhaltigkeit dagegen nur als Aushängeschild. In seinem Laden kann Thomas jedenfalls zu jedem Produkt die dazugehörigen Hintergrundinformationen geben, meint er stolz.

 

„Eine Änderung im Denken und Handeln ist generationenübergreifend zu erkennen, auch bei jungen Leuten.“

 

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Foto: Grinskram

Neben den Produkten von anderen Herstellern bietet Grinskram auch Eigenprodukte an, wie beispielsweise Dekohölzer und Wurzeln aus dem Pfälzer Wald oder auch Taschen aus Echtleder. “Ich lege nicht nur Wert auf gute Materialien, sondern auch auf die Wiederverwendbarkeit”, so Thomas. Die Ledertaschen im Laden sind alle Secondhandprodukte und von ihm persönlich aufbereitete Einzelstücke. Sein Ziel ist es mit dem Laden ein Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit zu schaffen und sich auch nicht abschrecken zu lassen. Denn auch wenn von 100 Leuten nur 5 umdenken, empfindet Thomas das als positiv und erfolgreich.

Man muss sich fragen, wo man selbst etwas ändern kann. Die 100% wird kaum einer erreichen und das muss man nicht. Hauptsache man fängt irgendwo an”, meint er. Er wolle kein Verurteilen und Fingerzeigen, sondern lieber Alternativen eröffnen. “Jedes einzelne Produkt, das den Laden verlässt, ist etwas Positives.” Seit November 2017 gibt es Grinskram sogar als Onlineversand über Sugartrend. Der Webshop beheimatet nur Anbieter aus dem Einzelhandel mit individuellen Konzepten, passe somit perfekt zur Thematik und habe eine super Community.

 

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Foto: Grinskram

Natürlich sei es auch eine Gratwanderung, den Spagat zwischen Fair und Nachhaltig, aber auch zur Wirtschaftlichkeit zu machen. Unverzichtbar seien aber besonders faire und nachhaltige Arbeitsplätze sowie gerechte Verkaufspreise, denn man wolle die Produkte auch mit reinem Gewissen verkaufen und kaufen können. Nachhaltigkeit habe auch in seinem Privatleben einen hohen Stellenwert. Beim Einkauf achte er auf die Verpackung sowie regionale und saisonale Produkte und betreibe viel Upcycling. Fleisch esse er auch, aber achte hier besonders auf die Herkunft. Hauptsächlich esse er Wild, das weitgehend unbeeinflusst vom Menschen leben konnte. “Hier muss jeder seinen eigenen Weg gehen”, so Thomas, “wichtig ist nur, dass man anfängt.

Grinskram ist noch am Anfang seiner Entwicklung. In den ersten Jahren sei erstmal eine Routine reingekommen und Thomas habe Fuß gefasst. Es gibt ein dynamisches Sortiment, das man noch ausbauen oder einschränken könne. Irgendwann wolle er eventuell vergrößern, vielleicht einen zweiten oder sogar dritten Laden in anderen Städten eröffnen. “Vielleicht sogar in Mannheim”, fügt er mit einem Grinsen hinzu.

 


Über die Autorin:

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Ines Hickl
Public Relations
Ines studiert im dritten Semester BaKuWi Medien- und Kommunikationswissenschaft und ist seit Herbst 2017 Teil von Infinity Mannheim. Neben ihrem Studium engagiert sich sich in der Fachbereichsvertretung, liebt das Reisen und backt mit großer Leidenschaft.